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Erstelldatum:04.09.2014

Generationenvertrag,
was hat Putin mit der Rente zu tun?

Ich glaube, so langsam beginne ich zu verstehen, wie Politik funktioniert. Es waren ausgerechnet Mails, die sich mit der Rente beschäftigten, die mir die Erleuchtung brachten. Jetzt, so glaube ich, verstehe ich die derzeitige Politik unserer Regierung. Sie dient eigentlich dazu, das Rentenproblem zu lösen und wenn alles klappt, haben Frau Merkel, mit Unterstützung von Frau von der Leyen (wie kommt es nur, dass ich mir hier der Film die rechte und die linke Hand des Teufels einfällt), angeregt durch die warmen Worten unseres Bundespräsidenten, lediglich die Lösung all unserer Probleme im Sinn. Man arbeitet fieberhaft daran, das Rentenproblem unkonventionell und nachhaltig zu lösen und für Deutschland eine "strahlende" Zukunft zu schaffen. Um diese Lösung nicht zu gefährden, will die CDU nun die SPD überzeugen, dass der Wehretat der NATO merklich aufgestockt wird und dass Deutschland bei der geplanten NATO-Übung in der Ukraine auch präsent ist. Nun denke ich, dass die Sorgen der CDU über die Aufstockung des Wehretats und die Abwehr der SPD dazu unbegründet sind. Die SPD wird schon termingerecht umfallen, das ist Gewohnheitsrecht.

Nun besteht natürlich die Gefahr, dass Putin diese Rentenlösung nicht erfüllt, weil er trotz aller Bemühungen der USA, der NATO und der EU-Staaten partout nicht Krieg spielen will. Deshalb will ich dennoch zur Rente noch ein wenig sagen. Das können Sie als Beweis werten, dass ich ein Ochse sein muss, der ja bekanntlich Wiederkäuer ist.

Seit einiger Zeit wissen wir, dass es drei Arten Mütter gibt:

  • Mütter vor 1992,
  • Mütter nach 1992
  • und Mischmütter, vor und nach 1992

Die Mütter vor 1992 bekommen eine geringere Anrechnungszeit für ihre vor 1992 geborenen Kinder als die mit nach 1992 geborenen Kindern. Die Mischmütter haben mehrere Kinder, die teils vor und teils nach 1992 geboren wurden.

Inzwischen gibt es auch 2 Arten von Erwerbsminderungsrentnern, solche, die vor dem 1. Juli 2014 eine Erwerbsminderungsrente erhalten haben und solche, die erst nach diesem 1. Juli eine Erwerbsminderungsrente zugestanden bekommen haben.

Was eine Erwerbsminderungsrente ist, beschreibt die Rentenversicherung Bund.

Andrea Nahles ist natürlich mächtig stolz auf sich, die Zwei-Klassengesellschaft um eine weitere Gruppe erweitert zu haben.

Dennoch möchte ich lieber mal auf die Demographie eingehen (Sie wissen schon, ich bin ein Wiederkäuer). Ich möchte wetten, dass man bei Umfragen auf der Straße, was denn Demographie sei, oft sehr erheiternde Antworten bekommt. Ich will nachfolgend mein Verständnis der Demographie zum Besten geben, eine Einschätzung, die sicherlich nicht überall in dieser Form gesehen wird.

Man sagt, ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte:

Dieses Bild versinnbildlicht das, was Demographie ist, nämlich das Leben der Menschen von der Wiege bis zur Bahre.

Kindheit und Jugend machen ca. 20 Jahre im Durchschnitt aus, dann folgt die Zeit des Arbeitslebens, sofern man das nötig hat, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Danach folgt das Alter (sagen wir ab 65). Eine feste Zuordnung, wie viele Jahre dieses Alter währt, kann es nicht geben. Nun ja, das sage ich. Das statistische Bundesamt sagt was anderes, nicht generell, aber durchschnittlich. Und es sagt, dass wir immer älter werden, natürlich auch nicht alle, sondern durchschnittlich und es sagt auch, dass Frauen in der Regel (und nicht nur dann) älter werden, als Männer, also ca. 8 Jahre länger leben (da frage ich mich allerdings, ob Unterdrückung (der Frauen durch die Männer) die Lebenserwartung steigert). Und das statistische Bundesamt weist das anhand von so genannten Sterbetafeln nach. Das Problem dabei ist, dass das statistische Bundesamt das an sich nur für die Jahrgänge sagen kann, die bereits auf der Bahre gelegen haben, also inzwischen verstorben sind. Um das generell zu sagen, werden also mittels Computer Hochrechnungen durchgeführt, statt wie früher Glaskugeln zu verwenden.

Ich hingegen glaube, dass das Alter der Menschen eine Antwort auf die Umgebungsvariablen ist. Eine Zeitlang ging es den Menschen gut. Der medizinische Fortschritt hat die ehemals hohe Säuglingssterblichkeit auf ein Minimum reduziert, bestimmte Krankheiten wurden nahezu vollständig verdrängt oder zumindest heilbar, die Anzahl der lebensgefährlichen Arbeiten wurde reduziert bzw. auf Maschinen verlagert und die Sicherheit am Arbeitsplatz stark verbessert und die Verkehrssicherheit ebenfalls stark verbessert. Die Folge war, dass die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen stark anstieg. Ausgeblendet werden dabei allerdings zumeist auch die Umstände, dass die gestiegene Lebenserwartung auch bedeutet, dass die mittlere Gruppe im Bildchen quasi die gesamte Zeit dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht. Das nämlich ist ein nur selten erwähntes Problem, denn für sie hat man nur noch in begrenzten Umfang auch Arbeitsplätze. Das wiederum ist eine schleichende Verschlechterung der Lebensumstände und wird zur Folge haben, dass der dadurch erzeugte Dauerstress wieder ein früheres Ableben begünstigt.

Na ja, hinzu kommt, dass, wenn es der NATO, den USA und Merkel plus Anhang gelingt, Putin zu überzeugen, dass es mal wieder Zeit für ein hübsches und effektives Gemetzel ist, wir uns um die Rente keine Sorge mehr machen müssen und die ganze schöngefärbte Statistik des Statistischen Bundesamtes völlig zur Makulatur wird.

Nun gibt es ja auch den Generationenkonflikt, auch bedingt durch den Rückgang der Geburten, wenn man der Politik und der Presse Glauben schenken darf. Danach heißt es, dass es ja unsere Kinder sind, die unsere Renten zahlen müssen. Ich kann alle Eltern beruhigen. Ihre Kinder müssen nicht die Renten bezahlen. Sie müssen gar nichts bezahlen, weil Kinderarbeit ja gesetzlich verboten ist. Im Gegenteil, sie bekommen Geld. Nicht direkt, aber auf dem Umweg über die Eltern und zwar in Form von Kindergeld. Deshalb hier noch ein Bildchen:

Es ist die mittlere Generation, die sowohl für die Kinder als auch für die Renten aufkommen muss. Nicht nur das, sie spart auch noch für das Alter, das sie, wenn nichts dazwischen kommt (und Putin gelassen bleibt) ja auch mal erreichen werden. Und dieses Ansparen nennt man gemeinhin Rentenversicherung.

Da aber Rentenversicherung nicht gleich Rentenversicherung ist, aber es nur die GRV als einzige gesetzliche Rentenversicherung gibt und diese GRV als Umlagesystem eingeführt wurde, spricht man von einem Generationenvertrag.

Es gibt ja Leute, die glauben, dass Politiker eigentlich dumm sind und führen dafür auch etliche Gründe an. Aber sie irren. Wären Politiker dumm, wäre auch die Altersabsicherung von Politikern Teil der GRV und sie müssten dann tatsächlich auch noch Beiträge zahlen. Schlimmer noch, sie würden jede Nullrunde mitmachen müssen, müssten wegen dem Nachhaltigkeitsfaktor und dem Riesterfaktor weitere Einbußen hinnehmen. Nein, da hatten Politiker dann doch die bessere Idee, lieber nichts zahlen, dafür aber ein Vielfaches an Rente zu beziehen. Außerdem kann man dann auch immer wieder mal in diesen anscheinend unerschöpflichen Topf eingreifen, um sich für andere Zwecke zu bedienen. Beispielsweise für eine Mütterrente für alle. Das wäre eigentlich eine wirklich gute Idee, würde man dafür auch alle Steuerzahler heranziehen. Aber weil auch Politiker noch keinen Weg gefunden haben, ihre (bekannten) Einkommen steuerfrei zu gestalten, müssten sie ja dann auch ihren Beitrag zur Mütterrente leisten. Das wäre unfair, also lassen wir lieber mal die Beitragszahler der GRV dafür bluten, so wie sie seit 70 Jahren für die Kriegsfolgelasten bluten, für NS-Unrecht bluten, ebenso für die Wiedervereinigung und noch für etliche andere gesamtgesellschaftliche Lasten.

Aber kommen wir auf die Kernfrage zurück, wer zahlt denn eigentlich unsere Renten? Richtig, das ist die mittlere Gruppe auf dem Bildchen. Was aus dem Bildchen nicht hervorgeht ist der Umstand, dass diese Gruppe ja nicht unbedingt Deutsche sein müssen, die dem Kindesalter entwachsen sind. Sehen Sie, da gab es vor "langer Zeit" einen Krieg. Man benannte ihn als Weltkrieg II, ein Krieg, indem neue Rekorde dahingehend aufgestellt wurden, dass man in jedem Krieg immer bessere Mittel und Wege findet, sich gegenseitig zu massakrieren. Die Folge war, auch etliche Millionen Deutsche wurden massakriert. Ich weiß, massakriert hört sich schlecht an, weshalb der korrekte Terminus "sind gefallen" lautet. Aber wenn jemand gefallen ist, steht er in der Regel wieder auf, wenn er aber massakriert wurde, ist das passiert, was bei den alten Griechen Aufgabe der Nornen war, ihr Lebensfaden wurde abgeschnitten und sie stehen nicht mehr auf. Und Bomben, Granaten, Maschinengewehre, Minen und was wir sonst noch für hübsches Kriegsspielzeug haben, veranstaltet Massaker. Auch deshalb ist "massakrieren" der richtige und ehrlichere Begriff. Ich finde, Militärs müsste bei öffentlichen Auftritten der Hinweis auf Gefallene verboten werden und sie müssten stattdessen den Terminus "Massakrierte" verwenden. Dann würden den Menschen besser bewusst, dass man dort von unwiederbringlich ausgelöschten Menschenleben spricht. Es würde auch helfen, weil nun ja auch Frauen "zum Dienst an der Waffe" herangezogen werden und gefallene Mädchen dann doch ein wenig zweideutig klingt.

Doch zurück zur Geschichte. Die Folge von WK II war, dass nach dem Ende dieses Krieges sehr viele von denen, die gerade erst dem Kindesalter entwachsen waren, nicht mehr für die Renten der Alten aufkommen konnten. Dabei galt es, nachdem die gröbsten Trümmer beseitigt waren, ein Wirtschaftswunder zu gestalten. Was nun, die, die dafür vorgesehen waren, lagen auf irgendeinem Soldatenfriedhof. Aber wie aus heiterem Himmel kam die zündende Idee. Wir werben Gastarbeiter an. Gesagt, getan, man holte Leute aus Spanien, Griechenland, Italien, Polen, Jugoslawien der Türkei und das Projekt Wirtschaftswunder lief wie geschmiert.

Sehen Sie, das ist der eigentliche Grund, warum das ganze Geschwätz vom Generationenvertrag Quatsch ist, warum die Zahl der Geburten keinen Einfluss auf das Rentenniveau hat. Es kommt lediglich darauf an, wie viel bezahlte Arbeit es gibt. Dazu ergibt sich die weitere Frage, warum die, die jede Wirtschaftsleistung wirklich erbringen, an den daraus erwachsenen Gewinnen immer weniger beteiligt werden, während andere regelrechte Phantasiegehälter bekommen und die Konzerne Milliardengewinne an Aktionäre auszahlen können, deren einzige Arbeit darin bestand, sich Aktien anzuschaffen und damit zu handeln.

Fakt ist also, dass nicht die Geburtenzahl entscheidend ist, wer Renten zahlt, sondern nur die Zahl der vorhandenen Arbeitsplätze. Und dass hier Statistik ganz besonders dazu betrieben wird, uns über den Arbeitsmarkt zu belügen, kann man gerade im Spiegel nachlesen.

Würde man einen kleinen Teil der Milliardengewinne der Konzerne darin investieren, die durch Maschinen erreichten besseren Produktionsbedingungen auch anteilmäßig an die Belegschaften in Form von Arbeitszeitverkürzung weiterzureichen, dann gäbe es keine Rentenengpässe und auch keine Arbeitslosen. Und die Steuern und Sozialversicherungsbeiträge würden wieder wie anno dazumal im Wirtschaftswunderland Deutschland sprudeln. Übrigens ganz ohne TTIP oder TISA. So aber will Merkel unbedingt das Freihandelsabkommen mit den USA, vielleicht können dann deutsche Wirtschaftskapitäne noch lernen, wie man Ausbeutung ausweiten kann und Demokratien zur effektivsten Sklavenhaltung aller Zeiten umfunktionieren kann. Wie anfangs erwähnt, gilt das nur für den Fall, dass Putin ruhig bleibt. Aber das traue ich ihm zu, schließlich bin ich nicht nur Wiederkäuer, sondern auch noch ein Putinversteher.