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Erstelldatum: 08.09.2013

Syrien und der G20-Gipfel

Hat Assad den Giftgasanschlag zu verantworten? Vielleicht ja, vielleicht nein, ich fürchte, die Wahrheit werden wir nie erfahren, da sie in den USA ausgearbeitet wird. Na ja, nicht nur. Lt. der Süddeutschen, die wiederum auf die BILD am Sonntag verweist, soll ein deutsches Spionageschiff, die Oker, Funksprüche aufgefangen haben, nach denen syrische Kommandeure mehrfach den Einsatz von Giftgas gefordert haben. Dieser sei aber immer strikt abgelehnt worden und der Einsatz vermutlich nicht von Assad persönlich genehmigt worden.

Ich lasse mal meine Meinung, wer verantwortlich für diesen Anschlag ist, außen vor. Obama findet ja, dass ein Giftgasanschlag absolut verwerflich ist. Er muss es wissen, denn die Militärlabors in den USA beherbergen sicherlich Tonnen der unterschiedlichsten Mittelchen und hat in Vietnam mit dem von Monsanto entwickelten Agent Orange auch weit über eine Testphase hinausgehende Erfahrung gesammelt, wobei Agent Orange sich nicht nur auf das abmurksen der Vietnamesen beschränkte, sondern als Entlaubungsmittel auch Landstiche auf Jahre hinaus verseucht hat.

Ich möchte mal ganz brutal auf Kriegshandlungen und mögliche militärische Mittel für die Anwendung eingehen. Giftgas? Jede Nation, die was auf sich hält, hat ein Arsenal verschiedener Mittelchen, mit denen man leicht und schnell Leute umbringen kann.

Die Frage muss eigentlich lauten, was schlimmer ist, ein begrenzter Giftgaseinsatz, oder die Verwendung von Uran-ummantelter Munition, welche die USA, Großbritannien und Frankreich mit Vorliebe verwenden. Diese Munition sorgt selbst lange nach Ende eines Krieges für die schlimmsten Folgen, vor allem für Schwangere, die dann Kinder mit den grauenhaftesten Verstümmelungen gebären.

Oder denken wir mal an die, auch in Deutschland hergestellten und weltweit vertriebenen Minen. Auch die machen keinen Unterschied zwischen Freund und Feind und nehmen auch keine Rücksicht auf Frauen und Kinder, auch nicht Jahrzehnte nach Beendigung der Kampfhandlungen.

Warum regt man sich über einen Giftgasanschlag so auf, hakt aber diese Langzeitfolgen herkömmlicher Waffen ab? Liest man in der FAZ: "An der Schwelle einer neuen Drohnenökonomie ", dann sollte auch dem minderbemittelten Kriegsbefürworter die ganze Perversion jeglicher Kriegseinsätze und des Militärs insgesamt aufgehen. Und Militär? Was ist eigentlich das Militär? Ich zitiere mal aus "Der Geist des Militarismus", verfasst bereits 1915 von Nahum Goldmann, einem der mächtigsten Politiker des 20. Jahrhunderts:

    Welches sind die Prinzipien, auf denen jedes Heer beruht? Sie sind leicht zu erkennen. Beobachten wir den jungen Rekruten, wenn er mit 21 Jahren die Kaserne betritt, um in die Armee eingereiht zu werden. Was geschieht mit ihm? Zweierlei: Zunächst erhält er eine Uniform, die den äußeren Stempel, gleichsam die Form seines nun beginnenden militärischen Daseins darstellt; Sodann wird ihm gesagt, von nun an besteht Deine Aufgabe in nichts anderem, als das zu tun, was Dir die Vorgesetzten befehlen und damit wird ihm der Inhalt seines Soldatenlebens offenbart. Wir brauchen diese beiden Vorgänge nur prinzipiell zu fassen und wir haben in ihnen die zwei Grundprinzipien, auf denen das Heer beruht, die zwei Leitideen allen militärischen gefunden: Die eine heißt Uniformierung, die andere Subordination. Uniformierung und Subordination; das ist es, was den militärischen Menschen vom Zivilisten unterscheidet. Er ist zunächst einmal Soldat - dies lehrt ihn die Uniform; er ist sodann je nach dem Range Untergebener oder Vorgesetzter, das besagt das Subordinationsprinzip. . Fassen wir zunächst das Uniformierungsprinzip ins Auge; es ist unschwer zu erkennen, dass es nur eine Ausdrucksform der großen demokratischen Idee ist. Durch die Uniform werden alle durch das Leben geschaffenen Unterschiede zunächst einmal beseitigt; in der Uniform ist niemand Adeliger oder Bürgerlicher, Millionär oder Bettler, Künstler oder Philister, Orthodoxer oder Atheist, sind vielmehr alle nur eins: Soldaten, Glieder der Armee. Es gibt vielleicht im gesamten Umkreis unseres Lebenskeine stärkere, machtvollere Ausdrucksform der demokratischen Idee als die der militärischen Uniformierung. (Seite 9 und 10)

In diesem Ton geht es in der Schrift weiter und endet ab Seite 37 mit den Vorstellungen des Autors zu einer neuen Weltordnung:

    "Man kann den Sinn und die historische Mission unserer Zeit in einem zusammenfassen: Ihre Aufgabe ist es, die Kulturmenschheit neu zu ordnen, an die Stelle des bisher herrschenden gesellschaftlichen Systems ein neues zu setzen. Alle Um- und Neuordnung besteht nun in zweierlei: In der Zerstörung der alten Ordnung und im Neuaufbau der neuen. Zunächst einmal müssen alle Grenzpfähle, Ordnungsschranken und Etikettierungen des bisherigen Systems beseitigt und alle Elemente des Systems, die neu geordnet werden sollen, als solche, gleichwertig untereinander auseinander gelegt werden. Sodann erst kann das zweite, die Neuordnung dieser Elemente, begonnen werden. Sodann besteht denn die erste Aufgabe unserer Zeit in der Zerstörung: Alle sozialen Schichtungen und gesellschaftlichen Formungen, die das alte System geschaffen hat, müssen vernichtet, die einzelnen Menschen müssen aus ihren angestammten Milieus herausgerissen werden; keine Tradition darf mehr heilig gelten; das Alter gilt nur als Zeichen der Krankheit; die Parole heißt; was war, muss weg. Die Kräfte, die diese negative Aufgabe unserer Zeit ausführen, sind auf wirtschaftlich-sozialen Gebiet der Kapitalismus, auf dem politisch-geistigen die Demokratie. Wie viel sie bereits geleistet haben, wissen wir alle; aber wir wissen auch, dass ihr Werk noch nicht ganz vollbracht ist. Noch kämpft der Kapitalismus gegen die Formen der alten, traditionellen Wirtschaft, noch führt die Demokratie einen heißen Kampf gegen alle Kräfte der Reaktion. Vollenden wird das Werk der militärische Geist. Sein Uniformierungsprinzip wird die negative Aufgabe der Zeit restlos durchführen: Wenn erst alle Glieder unseres Kulturkreises als Soldaten unseres Kultursystems uniformiert sind, ist diese Aufgabe gelöst. Dann aber erhebt sich die andere, die größere und schwierigere Aufgabe: Der Aufbau der neuen Ordnung. Die Glieder. Die nun aus ihren alten Verwurzelungen und Schichtungen herausgerissen sind und ungeordnet, anarchisch herumliegen, müssen zu neuen Formungen und Kategorien geschlossen werden. Ein neues, pyramidales, hierarchisches System muss errichtet werden.
Betrachte ich mir das Geschehen heutzutage, soll offenbar diese krude Auffassung von Demokratie abgearbeitet werden.

Ja, bei Militär herrschen die beiden genannten Vorbedingungen, Uniformierung und Subordination. Was nicht so ganz richtig ist, ist der Unterschied in der Rangfolge, denn nicht alle beginnen als einfache Soldaten, sondern sind in der Rangfolge von vornherein höher eingestuft, mit zusätzlicher Möglichkeit der militärischen Karriere, völlig losgelöst von den wirklichen Fähigkeiten. Auch ist die Aussage: "Ihnen wird gesagt" nicht ganz richtig. Die Grundausbildung beim Militär ist in erster Linie eine Domestizierung, die so genannte Subordination. Eigenes Denken wird abgewürgt, ist verboten und wird in der Regel mit drakonischen Maßnahmen unterbunden, bis niemand mehr wagt, den Mund aufzumachen. Es gibt dabei 2,5 Hierarchien beim Militär:

  • Kanonenfutter 2. Klasse (Mannschaften)
  • Kanonenfutter 1. Klasse (Unteroffiziere)
  • Offiziere

Ranghohe Offiziere findet man nur selten dort an, wo es wirkliche brenzlich ist. Zwar lassen sie sich für die Presse gerne mal im Kreise der Mannschaften ablichten und nehmen auch gerne das Lametta entgegen, das ihnen auf die Schulterklappen (bei Beförderung) oder an die Brust (Verdienstorden für Verdienste, die in der Regel die Mannschaften mehr oder weniger verlustreich eingefahren haben) geheftet wird.

Die Domestizierung der Soldaten ist die wichtigste Grundlage des Militärs, denn sonst würden die Soldaten wohl bei den meisten Befehlen streiken, wenn sie Aufträge bekommen, bei denen die Überlebenschance mitunter äußerst gering ist. Aber schließlich geht es im Krieg immer um das Vaterland, auch bei der Bundeswehr und auch, wenn sie vor Syrien oder sonst wo in der Welt eingesetzt werden. Na ja, das "Vaterland" existiert ja nur noch nominell, ist ja auch viel zu männlich, also ab damit in die EU, die Mutter Europas.

Nach einem Krieg kommen sie dann heim, die stolzen Krieger, traumatisiert, vielleicht als Krüppel und in der Regel stark dezimiert. Egal, ob Sieger oder Besiegte, beide haben den Krieg verloren, auch wenn die Propaganda etwas anderes behauptet. Nur die Waffenhersteller und die Waffenhändler haben gewonnen, weil für sie Hochkonjunktur herrschte. Und von den höheren Diensträngen der Offiziere, die sich auch gerne als Strategen sehen, sind fast alle zurückgekommen und schon bald für den nächsten Krieg bereit und da spielt es auch keine große Rolle, dass sie zuvor zu den Besiegten gezählt haben, wie man am Wehroberkommando der Bundeswehr sehen konnte, als es bei Gründung der Bundeswehr diese Funktion übernahm. Sie hatten schon unter Hitler "treu" gedient.

Ich würde ja gerne im Zusammenhang mit Kriegen das Adjektiv "unmenschlich" verwenden, kann es aber nicht, denn dass all das geschieht, ist nur allzu menschlich. Wir praktizieren es, egal in welchem Land, seit Jahrtausenden, haben die Gegner gepfählt, ans Kreuz geschlagen, gevierteilt, in Fässer mit Nägeln gesteckt und sie in einen See gerollt, zu Tode gefoltert , vergast, standrechtlich erschossen, zerbombt und was weiß ich noch, was den Menschen in ihrer gesamten Geschichte an Grausamkeiten so eingefallen ist. Das ist die Wirklichkeit, das ist wirklich menschlich.

Wollten wir etwas ändern, müssten wir zuerst das Militär abschaffen. Die Offiziersränge waren in der Regel immer Kriegstreiber, denn das ist ihr Job und davon verstehen sie was und Militärberater haben ihren Mund stets ganz nahe an den Ohren der Herrschenden und flüstern ihnen ein, warum ein Krieg sein muss.

Also noch einmal gefragt, ist der Giftgasanschlag in Syrien, sodenn es ihn überhaupt gibt, wirklich das Problem?

Sorry, aber in Syrien geht es nicht darum, wer Giftgas eingesetzt hat, es geht um das Machtgefüge am Golf und das will die USA beherrschen und sich einmal mehr ein Stück an den Iran heranpirschen, um den imperialen NWO-Träumen wieder ein Stück näherzukommen. Was derzeit abläuft, ist Heuchelei, nicht mehr und nicht weniger und hat absolut nichts mit Humanität zu tun. Noch nie hat ein Krieg einem Volk genutzt, sondern immer nur Einzelnen, den heimlichen Drahtziehern.

Machen wir uns nichts vor, wir tragen immer eine Mitschuld, denn wir alle sind mitverantwortlich, dass all das produziert wird, worüber man anschließend entsetzt ist, wenn es jemand einsetzt. In welchem Land dann die hier produzierten Waffen zum Einsatz kommen, davor verschließen wir die Augen. Eigentlich wäre es einfach, wenn sich alle weigern würden, Kriegsmaterial herzustellen. Ich meine nicht die Wahnsinnigen, die das entwerfen, sondern die, die es in der Produktion zur Massenware werden lassen. Aber wenn es an den eigenen Fressnapf geht, dann ist Schluss mit lustig und dann ist auch egal, wofür das verwendet wird, was man zusammenbaut, mit Dämmmaterial in Kartons und Kisten verstaut. Dann stört niemanden mehr, wie viele und wer alles draufgeht, wenn das zum Einsatz kommt, was man gerade akribisch gebaut und verpackt hat. Dann reichen Sätze wie: "Das ist mein Job" oder "ich hab Familie". Dann fragt man auch nicht, wer wohl die Familie sein wird, die dieses Paket erhält, aus der Luft, aus einem Panzerrohr, von einem Raketenleitstand, oder im Boden verbuddelt. Und die Familien, die es erhalten, fragen auch nicht, nie mehr, denn sie sin nur noch Einzelteile, wenn überhaupt. Wer vielleicht später mal fragt, sind die Kinder, die mit den Resten der Munition spielen wollten und damit ein langsames Siechtum begannen, weil sie ja nicht wissen konnten, dass die Uranummantelung auch nach Ende des Krieges noch wirksam krank macht und tötet.

Der Mensch, so denke ich, ist wohl die dümmste Kreatur auf diesem Planeten, weil er sich gegenseitig selbst den Garaus macht, für an sich wertlose Papierlappen (denn mehr ist Geld nicht) die Ressourcen dieses Planeten verschwendet, sich Kinkerlitzchen anschafft, die überflüssiger als Wasser sind, ohne zu bemerken, dass für den Bau dieser Dinge ganze Tiergattungen ausgerottet werden, z. B. Gorillas für Coltan und damit für Handys, Orang-Utas für Palmölprodukte und vieles mehr. Und wir verseuchen die Meere und damit unsere Lebensgrundlage ebenso, wie die Böden, auf denen wir unsere Grundnahrungsmittel anbauen. Ich glaube, das hängt damit zusammen, dass wir Intelligenz mit Klugheit verwechseln. Intelligenz ist die Fähigkeit, Dinge zu erfinden, zu entwickeln, nach ihrem Nutzen einzusetzen usw. Klugheit ist, die Folgen zu hinterfragen und zu verzichten, wenn die Folgen nicht für jedermann tragbar sind.

Lebewesen wie wir haben auf diesem Planeten immer nur kurze Zeit existiert und so wird es auch dem Menschen ergehen. Er schafft sich selber ab. Die Erde wird es überleben.

Wie sagte Terra noch zum Mars? "Ich habe Menschenbefall" und Mars beruhigte Terra und sagte: "Keine Sorge, das geht schnell vorbei".