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Erstelldatum: 30.07.2013

Gedanken zur Bundestagswahl 2013

Der Termin für die Bundestagswahl 2013 rückt näher, eigentlich ein Zeitpunkt, an dem man beginnen sollte, über seine Wahl nachzudenken. Natürlich, theoretisch könnte ich mich verhalten, wie die meisten Menschen im Land (die, die noch wählen gehen), meine Wahlentscheidung nicht von der Politik der vergangenen Jahre abhängig zu machen, sondern tradiert wählen. Wäre ich gläubiger Katholik (eine für mich entsetzliche Vorstellung), dann würde ich natürlich CDU oder CSU wählen, denn so hätte es vermutlich der Herr Pfarrer gefordert und würde ich anders wählen, würde ich in der Hölle landen. Allerdings weiß ich nicht, ob das nicht besser wäre, als ständig auf Wolke 7 zu schweben und Hosianna zu singen.

Als Arbeiterkind würde ich tradiert natürlich die SPD wählen, denn das ist ja eine Arbeiterpartei, man muss nur daran glauben, so wie die CDU/CSU-Wähler ja auch glauben, ihre Partei(en) wären christlich.

Wäre ich Feminist oder Lehrer, kämen für mich nur die Grünen infrage, denn die sind ja für Gleichstellung und Umwelt. Aber Gleichstellung, das ist nichts für mich, war ich doch immer gewohnt, dass eine Frau mir sagt, wo es lang geht. Das würde mich nur verwirren. Andererseits, so ganz gleich ist ja auch nicht gemeint, oder? So wie ich das verstehe, dürfen die Männer als Antwort auf eine plurale Aussage (Frauen sagen immer, WIR müssen das und das machen, wenn es die Männer machen müssen) sich künftig auf ein Ja beschränken und das Schatz ist dann optional.

Dann ist da ja noch als Alternative die FDP, die kämpfen ja für Freiheit und Demokratie. Aber das ist eine kleine Partei und deshalb kann sie auch nicht für alle kämpfen, sondern nur für Leute ab Hotelbesitz aufwärts und weil ich kein Hotel (nicht mal eines) habe, können die ja auch nicht für mich kämpfen und die FDP fällt damit für mich aus.

Doch mein Problem ist, dass ich nicht tradiert wähle und das fordert von mir eine Entscheidung, die bei den meisten Leuten dann so aussehen kann, dass sie das kleinere Übel wählen. Aber das Problem dabei ist, dass ich inzwischen glaube erkannt zu haben, dass es das kleinere Übel nicht gibt, sondern dass es wie ein Gefängnisinsasse eingesperrt ist und deshalb das Übel nicht voll ausleben kann. Das Gefängnis der Parteien nennt sich Opposition und erlaubt diesen Parteien eigentlich nur, ständig zu behaupten, sie wären die Guten, obwohl sie in der Regel fast alle Schweinereien mitmachen, die das derzeit aktive Übel verübt.

Welche Partei soll ich aber dann wählen? Die Linken geht ja gar nicht, das sind ja alles Sozialisten (was ist das eigentlich, ein Sozialist??) und außerdem kommen die ja aus der ehemaligen DDR, wo man die Leute alle überwachen ließ. Das würden die anderen Parteien ja nieeee machen.

Also müsste ich eine neue Partei wählen, z. B. die AfD (Alternative für Deutschland). Aber halt, ich finde Deutschland, abgesehen von den Parteien und einigen anderen weniger sympathischen Leutchen eigentlich ganz gut. Das bedeutet, ich will keine Alternative, auch wenn die versprechen, den Euro abzuschaffen. Dieses Versprechen halte ich für ungefähr so glaubwürdig, als würde ich jemandem versprechen, ihm oder ihr eine Million zu schenken. Ich habe keine Million, nicht einmal einen Bruchteil davon, also wäre es ein leeres Versprechen und mehr ist das Versprechen der AfD auch nicht, denn selbst, wenn es ihnen ernst damit wäre, könnten sie es nicht, denn längst ist dieses Land ja an die EU und an den Euro gefesselt und würden wir versuchen, diese Fesseln zu lösen, ständen sofort die Briten, die Franzosen und die Amis auf der Matte und würden uns Verträge vor die Nase halten, die die früheren Regierungen von Deutschland wohl gar nicht kennen, sondern lediglich unterschrieben haben.

Und haben wir nicht schon lange das Gefühl, dass zu viel Beamte in der Regierung auch nicht gut sind? Da gilt es doch zu überlegen, ob einer Partei aus größtenteils verbeamteten Professoren wirklich eine Alternative ist, dazu noch Ökonomen, die zwar keine Prognosen für die nächsten 3 Monate hinkriegen, aber ganz sicher wissen, was in 30 bis 60 Jahren los sein wird. Neee, das gehe ich lieber auf die Kirmes (manche sagen auch Rummel dazu) und suche éne Bude mit einer Wahrsagerin und ihrer Glaskugel. Wenn deren Versprechen nicht eintreffen, bin ich nicht enttäuscht, denn damit habe ich ja insgeheim gerechnet.

Aber welche Partei soll ich denn dann nur wählen? Nun, inzwischen weiß ich, dass das eigentlich egal ist, denn außer der Linken sind alle diese Parteien mit ihren Spitzenleuten in den verschiedensten Netzwerken tätig, die kann man zwar nicht offiziell wählen, wählt sie aber automatisch, wenn man CDU/CSU, SPD, FDP oder Grüne wählt und ich glaube, dass die Entscheidungen in diesen Netzwerken getroffen werden. Wirklich? Na ja, vielleicht eher umgesetzt werden, während Big Brother, der auf der anderen Seite des großen Teichs, sagt, wo es lang geht.

Nun kann ich ja viel behaupten, aber ich habe diese Weisheit z. B. von Wikipedia. Dort kann man dann sehen, welche Leute aus unseren Parteien in der Atlantik Brücke aufgelistet werden und da begegnen uns viele Namen, von denen wir schon mal gehört haben, Namen wie Gauck, Helmut Schmidt, Angela Merkel, Phillip Mißfelder, Eckart von Klaeden, Phillip Rösler, Guido Westerwelle, Hans Peter Friedrich, Thomas de Maiziére usw, aber auch Namen wie Özdemir, Claudia Roth, Koch-Mehrin, Freiherr zu Guttenberg, Christian Wulff, Sigmar Gabriel und etliche andere, u.a. auch Michael Hüther, eines der wichtigsten Mitglieder INSM.

Nicht nur das, man wird auch informiert, dass viele dieser Mitglieder auch in anderen Netzwerken und Think Tanks aktiv sind und einige werden aufgeführt:

  • American Council on Germany
  • American Academy Berlin
  • Aspen-Institut Berlin
  • American Jewish Committee
  • Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik
  • European Council on Foreign Relations
  • Atlantische Initiative e.V.
  • German Marshall Fund of the United States
  • Stiftung Wissenschaft und Politik
  • Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Das mit den Think Tanks verstehe ich ohnehin nicht. Thinken hat was wohl was mit dem Kopf zu tun und ein Tank ist meines Wissens nach ein großer Flüssigkeitsbehälter. Treffen sich dort vielleicht alle Wasserköpfe Europas? Aber vielleicht ist in den Köpfen dann auch gar kein Wasser, sondern ätzende Säure oder andere Gefahrenstoffe? Doch dann müsste ja Hüther, der so ein Think Tank-Geschöpf (INSM) ist, ja hinten auf dem Kopf ein Gefahrenschild tragen. Da habe ich aber noch keines gesehen.

Unter den Namenslisten sind auch etliche Namen aufgeführt, die man von der Presse kennt, also Führungspersonen von Zeitungen, wie BILD, WELT, ZEIT, STERN, BURDA usw. und Vorstandsmitglieder aus der Wirtschaft.

Da auch ehemalige Mitglieder aufgeführt werden, fällt auf, dass in diesen Netzwerken, die offensichtlich schon sehr lange existieren, auch Nazis und Juden stets friedlich vereint zusammen gesessen haben.

Nun, ich denke, die Atlantik Brücke ist gar keine Brücke, sondern ein dickes zwischen Europa und den USA durch den großen Teich verlegtes Kabel, über das ein reger Austausch stattfindet, vom schwarzen Mann (dem Friedensnobelpreisträger) nach hier mit den Bitten, was denn nun bitte zu machen sei (aber sofort, verstanden) und von hier zum schwarzen Mann der Kotau mit der Bestätigung "in Arbeit und/oder erledigt".

Weil ich ein einfältiger Mensch bin, schüttele ich verwundert den Kopf und frage mich, warum ich Parteien wählen soll und nicht gleich eines der Netzwerke, denn dort ist doch der Befehlsempfang, pardon, die Entscheidungsbasis für praktizierte Politik. Ich wüsste Pest und Cholera vereint und müsste mich nicht zwischen Beidem entscheiden. Und ich könnte beruhigt sein, denn diese Netzwerke sind für die Bösen, diese Sozialisten, gesperrt. Da wird wohl vor den Häusern oder Hotels, wo die sich treffen, ein Schild aufgestellt sein, mit rotem Rand, einem Sozialisten und darüber ein roter Querstrich. Aber wie stellt man graphisch einen Sozialisten dar? So vielleicht?