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Erstelldatum: 21.07.2013

Digitale Revolution

Wer hätte das gedacht, als 1890 Hermann Hollerith seine Lochkartenapparatur vorstellte, die erste elektromechanische mit Lochkarten betriebene Rechenmaschine baute, die doppelt so schnell zählen konnte, wie ein Mensch, welchen Weg diese Erfindung in der Folge nehmen würde.

Viele würden es als Siegeszug bezeichnen, was in der Folge und in den seither vergangenen 127 Jahren passierte. Einst als digitale Revolution bezeichnet, stellt die digitale Welt inzwischen aber eine Bedrohung für die Menschen dar. Nun ja, zunächst mal war 44 Jahre Ruhe im Schacht, bis Konrad Zuse, ein deutscher Ingenieur, 1934 mit Entwicklungsarbeiten für programmgesteuerte Rechengeräte begann und schon 1937 mit dem Z1 den ersten funktionieren Rechner vorstellen konnte. Und das ist sicherlich wirklich abenteuerlich, denn angetrieben wurde er von einem Staubsaugermotor und in seinem Innern bewegen sich ca. 30.000 speziell zugeschnittene Wellbleche. Wenn auch nicht störungsfrei, kann Zuse auf diesem Rechner aber die 4 Grundrechenarten anwenden und ein Gleitkommarechenwerk hat der Rechner auch.

Logisch, dass er gleich mit dem Aufbau eines 2. Modells begann. Beim 2. Modell, dem Z2 hat er die geniale Idee, für die Steuerung Relais einzusetzen. Dazu kauft er gebrauchte Relais und baut damit den Z2, der kleiner als der Z1 und um 2 Drittel leichter ist. Doch auch den Z2 sieht er lediglich als Versuchsmodell an und beginnt mit der Entwicklung des Z3. 1941 hat er dann mit dem Z3 den ersten voll arbeitsfähigen und programmgesteuerten Digital-Rechner der Welt fertiggestellt.

1944 stellt Howard H. Aiken, Mathematik-Professor an der Harvard-Universität, - zusammen mit der IBM - den ersten programmgesteuerten Relaisrechner der USA auf die Beine: den MARK I. Allerdings ist dieses Riesen-Baby (16 m Länge, 35 t Gewicht) um einiges schwerfälliger als der ältere Z 3 von Zuse: Für eine Multiplikation braucht der MARK I immerhin "nur" 6 Sekunden. Unabhängig davon war das Interesse geweckt, auch seitens des Militärs und es wurde weiter geforscht und gebastelt.

Ich erspare Ihnen nun den ganzen Werdegang (wen es interessiert, der kann bei mir unter dem Link EDV eine (immer noch oberflächliche, aber bebilderte) Beschreibung des Werdegangs der digitalen Welt bis in die 90er Jahre nachlesen.

Aber die Entwicklung ist ja nicht stehengeblieben. Im Gegenteil, sie verlief immer schneller, bis hin zu den heutigen Supercomputern. Welch Wunder, auch die NSA hat so ein Ding in Columbia stehen und wohl nicht nur dort.

Nun stellt sich so mancher die Frage, was die NSA denn mit alle den Daten will, das wären doch viel zu viele Daten, um sie zu verarbeiten. Diesen Zweiflern empfehle ich, zuerst die Informationen über die Super-Computer bei Wikipedia aufmerksam zu lesen und dann den Artikel der FAZ. Erheiternd finde ich, dass am gleichen Tag in der FAZ ein Kommentar von Nonnenmacher erschien, indem er (aus meiner Sicht abwiegelnd) von einer Balance zwischen Freiheit und Sicherheit schrieb. In mir erweckt das den Eindruck, als sei die FAZ hin- und hergerissen zwischen dem Glauben an der Notwendigkeit einer allumfassenden Überwachung und der Erkenntnis, dass diese wohl doch nicht so ideal ist.

Viele Menschen stellen heute Daten in die Wolke, die Cloud. Sie sind begeistert, denn das ist billiger Speicherplatz für große bis riesige Datenmengen, z. B. Fotos. Wo die Daten sind? In der Cloud natürlich! Nun ist die Cloud keine echte Wolke. Die Daten werden auf anonymen Rechnern gespeichert. Auf welchen? Das weiß keiner, oder besser nur wenige. Aber spekulieren darf man ja mal, wie wäre es mit dem NSA-Rechner in Columbia. Der will die Daten ohnehin und wenn er dafür noch Geld bekommt, Sie die NSA also für ihre Schnüffelei in Ihren Daten noch bezahlen, dann ist das doch, amerikanisch gesagt, eine win-win-Situation. Sie haben billigen Speicherplatz und die NSA muss nicht erst suchen, wo sie ihre Daten abgelegt haben. Sie stört das ja auch nicht, denn Sie sind ja ein korrekter Mensch und haben nichts zu verbergen. Ups - Wie man sich doch irren kann. Für die NSA sind alle verdächtig. Wie das sein kann, erklärt die ZEIT anschaulich. Seien Sie sicher, irgendeiner Ihrer Bekannten oder zumindest einer von dessen oder deren Bekannten hat schon mal eine Mail bekommen, die verdächtig war, oder hat am Handy eine Äußerung gemacht, die für die NSA verdächtig war und schon sind Sie Teil der Verdächtigenliste der NSA Datenbank.

Werfen wir mal einen Blick auf die Geheimdienste, die ja lt.Friedrich und wohl der meisten anderen Politiker unverzichtbar sind. Wie lange es sie schon gibt? Keine Ahnung, denn früher waren es eher Einzelpersonen, Spione, die nicht nur versuchten, Geheimnisse eines anderen Staates in Erfahrung zu bringen, sondern auch Attentate und Morde begingen. Wurden sie geschnappt, war die Folge meist der Tod, im günstigsten Fall verrotteten sie lebenslang in einem der "luxuriösen Gefängnisse" des Mittelalters und der darauf folgenden Jahrhunderte mit unterschiedlichen Stilarten. Irgendwann wurde das Thema organisiert und die Geheimdienste und Nachrichtendienste entstanden.

Ich denke, man sollte die in Film und Fernsehen verbreitete Geheimdienstromantik vergessen, vor allem in der heutigen Zeit. Geheimdienste und Nachrichtendienste sind längst unkontrollierbare und nicht selten verbrecherisch handelnde Dienste, denn sie sind nicht nur für das ausspähen und abhören zuständig, auch völlig ohne richterliche Erlaubnis, sondern auch für das verunfallen oder verselbstmorden unliebsamer Personen und für Attentate, auch im eigenen Land, um bestimmte Reaktionen zu erzeugen.

Ich denke, Freundschaft zwischen Staaten gibt es nicht und gab es nie, wohl aber Bündnisse. Doch das, was zwischen den USA und Deutschland besteht, ist aus meiner Sicht nicht einmal ein Bündnis, denn die USA knebelt Deutschland seit 1945 mit geheimen Verträgen. Folglich haben wir kein Bündnis mit den USA, sondern eine auf Geheimverträgen basierende Verpflichtung, zu tun, was uns die Amerikaner befehlen. Die Kanzlerakte, gerne als Verschwörungstheorie abgetan, dürfte ein solches Papier sein.

Herr Friedrich war ja nun vor kurzem in den USA und hat denen dort die Meinung gegeigt, was die Abhörung betrifft. Doch offenbar hat Friedrich vom geigen wenig Ahnung, denn er hat den Bogen über die Unterseite der Geige gezogen. Ob das Geräusch bis zu den Ohren der Amerikaner gedrungen ist, ist unbekannt. Aber wir haben ja Frau Merkel und die betont, auf deutschem Boden gelte deutsches Recht! Jawoll ja! Aber auch für unsere Besatzer, Frau Merkel? Vielleicht sagen Sie den Herrschaften mal dass Sie nicht damit einverstanden ist, was die FAZ vermeldet: Opposition beklagt amerikanischen "Ausspähwahn" Offenbar sind die Amerikaner nicht sonderlich von den starken Worten der Kanzlerin beeindruckt. Deshalb mein Tipp an Sie, Frau Merkel; machen Sie es wie Snowden, veröffentlichen Sie die Geheimverträge, mit denen die USA Deutschland knebelt. Putin hat sicherlich auch ein Plätzchen im Transitbereich des Moskauer Flughafens für Sie bereit.

Isaak Asimov hat mal eine Geschichte von einem Roboter geschrieben, der immer menschlicher wurde und schließlich sogar den Status eines Menschen bekam und starb. Die Wirklichkeit ist eine andere, man erzieht uns immer mehr zu Robotern und die Zahl derer, die das nicht zu stören scheint, scheint eher größer als kleiner zu werden. Und unsere Kanzlerin? Wer sich auf die verlässt, ist verlassen, wie offenbar auch die ZEIT erkannt hat, wenn sie schreibt: Die Kanzlerin stiehlt sich aus der Verantwortung