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Erstelldatum: 16.12.2012

1.000 Jahre alt werden?

Ein Artikel in der WELT erregte meine Aufmerksamkeit. "Tausend Jahre alt werden - bald schon möglich?" titelt ihn die WELT. Ein US-Wissenschaftler braucht offenbar Spenden für seine Arbeit und verkündet deshalb, dass es billiger sei, Forschungen auf eine längere Lebensspanne als auf Zivilisationskrankheiten zu konzentrieren und verspricht quasi, Ergebnisse dazu schon in relativ kurzer Zeit liefern zu können.

Lese ich dann seine Meinung über die möglichen Auswirkungen und seine Sicht zum Bevölkerungswachstum und dann diese Frage

    Doch es bleibt die moralphilosophische Frage schlechthin: Wenn die Kapazität unseres Planeten zur Beherbergung menschlichen Lebens endlich ist, wäre es besser, wenigen Menschen ein längeres Leben zu ermöglichen oder mehr Menschen ein kürzeres?

Dann ist die Antwort eigentlich bereits vorprogrammiert. Natürlich ist es moralphilosophisch und ethisch besser, einigen wenigen und vor allem reichen Menschen eine erheblich längere Lebensspanne zu ermöglichen, weil diese Gruppe

  1. das Geld hat, Mittel für diese Art Forschung in unbegrenzter Höhe bereit zu stellen
  2. und seit langer Zeit die Erfahrung hat, wie man Ausbeutung betreibt

Nun mag man der Ansicht sein, Moralphilosophie und Ethik basierten auf anderen Grundsätzen, aber diese Meinung basiert auf der unrichtigen Annahme, verbale Äußerungen seien identisch mit der Praxis. Die Mehrheit der Eliten lobt die ihre eigenen ethischen und moralischen Ansichten in den höchsten Tönen, unterstreicht das sogar mitunter mit "großzügigen" Spenden, die man allerdings nicht näher hinterfragen sollte, denn Spenden an Stiftungen sind nahezu immer mit direkten politischen Einflussnahmen verbunden. Reich wird man meist nur vom nehmen und sehr reich vom ausbeuten.

Der Vergleich der Lebenserwartung zwischen den armen Ländern und den Industrieländern ist dabei ausgesprochen unseriös. Die dortige geringe durchschnittliche Lebenserwartung hat die gleichen Ursachen, wie die Lebenserwartung in Deutschland im ausklingenden 19. Jahrhundert. Damals lag die durchschnittliche Lebenserwartung der Deutschen bei 34 Jahren. Der Grund war eine hohe Säuglings- und Kindersterblichkeit, dazu fehlende medizinische Standards. Vielerorts beginnt das in den armen Ländern bereits mit einer fehlende Trinkwasserversorgung. Hinzu kommt, dass durch Konzerne eine Neokolonisation stattgefunden hat, mit der die zuvor üblich Selbstversorgung durch bäuerliche Kleinbetriebe zugunsten von Monokulturen zerstört wurde, deren Erträge allerdings nicht der jeweiligen Bevölkerung zugutekommen. Das führt ebenfalls zu Hunger und Elend.

Auch der Hinweis auf die "Segnungen der technischen Entwicklung" ist unseriös, weil die Mehrheit der Menschen an diesen "Segnungen" nicht beteiligt werden (Arbeitszeitverkürzung), sondern im Gegenteil noch länger als früher im Hamsterrad laufen sollen. Und ganz sicher würde man die Verlängerung der Lebensspanne auf 1.000 Jahre nicht für die Allgemeinheit zugänglich machen, denn dann wäre es quasi unmöglich, die Masse dumm zu halten. Und das ist doch ewig das währende Hauptanliegen der so genannten Eliten, wie es bereits Reinhard Mey in seinem Lied "Sei wachsam" mit den Worten "der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm: Halt du sie dumm, ich halt sie arm" richtig zum Ausdruck brachte. Außerdem, 1.000 Jahre im Hamsterrad wäre auch nicht das Wahre und Ursula von der Leyen wäre sicherlich auch nicht glücklich, die Rente mit 967 Jahren verkünden zu müssen.

Hin und wieder finde ich dann allerdings auch in der WELT mal Artikel, denen ich voll zustimme. So fand ich den Artikel Über die Auslöschung der bürgerlichen Welt so richtig stimmig. Sicher, bei diesem Thema bin ich nicht wirklich objektiv, denn schließlich bin ich seit Jahrzehnten Raucher und eigentlich auch recht tolerant. So würde ich mich nie über einen Nichtraucher aufregen, mit dem ich im gleichen Raum weile.

Aber ernsthaft, mir gehen die Nichtraucher, die glauben, jeden Raucher ermahnen zu müssen, ganz erheblich auf den Zeiger. Aber hier geht es ja nicht um meine Befindlichkeiten sondern über die Aussagen in diesem Artikel, die vielleicht sogar so manchen Nichtraucher nachdenklich machen könnten. Der Hinweis auf die heute herrschende Managerkaste ist dabei aus meiner Sicht besonders interessant und ich möchte dazu noch eine Anmerkung machen, die im WELT-Artikel unterblieben ist. Diese Managerkaste will ja schon eine gewisse Abgrenzung zum Pöbel und hat deshalb längst eine Alternative gefunden. Dazu benötigt man eine kleine, aber glatte Oberfläche (ein Spiegel ist da ideal), eine Karte, (z. B. eine Kreditkarte) und ein Papier-Röllchen, das Manager in Form eines Geldscheins immer zur Verfügung steht, dazu ein kleines Tütchen mit einem weißen Pulver. Man streut das Pülverchen auf die glatte Oberfläche, formt mit der Karte eine längliche Bahn, setzt das Papierröllchen an die Nase und führt es dann entlang der geformten Bahn, dabei die Luft stark durch die Nase einziehend. Das Pülverchen ist teuer und deshalb eigentlich auch nur von der Elite bezahlbar. Dass man gelegentlich mal einen armen Teufel aus der Unterschicht mit diesem Pülverchen beglückt und dann fallen gelassen hat, führt natürlich zu dem, was man Beschaffungskriminalität nennt. Doch mehrheitlich konsumiert die Elite dieses Pülverchen. Ich meine, mich zu erinnern, dass mal vor einigen Jahren in einer Zeitung berichtet wurde, dass man in den Toiletten des Bundestages Spuren dieses Pulvers gefunden hat, eine genauere Untersuchung aber verweigerte. Sat1 Beitrag. Die angekündigte Untersuchung des Bundestages hat aber nachfolgend meiner Kenntnis nach nie mehr den Weg in die Presse gefunden, was darauf hinweist, dass die Untersuchung ergebnislos verlaufen ist.

Ich selbst bin in dieser Hinsicht ziemlich eigen. Ich möchte mir nicht vorschreiben lassen, was ich konsumieren darf und was nicht. Ich habe nie Hasch geraucht und erst recht nie stärkere Drogen konsumiert, Mein Alkoholkonsum hat sich meist in Grenzen gehalten und heute bin ich eine Art anonymer Alkoholiker, weil ich Alkohol fast ausschließlich für Saucen oder Kuchen verwende. Selbst Bier trinke ich allenfalls in der heißen Jahreszeit nur gelegentlich und über eine Menge von vielleicht 20 Flaschen a 0,5 l im Jahr komme ich nie hinaus. Aber ich rauche und habe auch nicht die Absicht, aufzuhören. Warum auch? Sicher, Rauchen kann tödlich sein, wie man heute ja auf den Packungen nachlesen kann. Aber mal ehrlich, leben auch und das viel häufiger und sicherer.

Und was hat die Presse noch zu bieten? Klar, die Bombe in Bonn! Was da alles hätte passieren können! Nun habe ich ja einen gewissen Hang zu Verschwörungstheorien und frage mich deshalb nicht, was hätte passieren können, sondern was passiert ist? Und da wird man an anderer Stelle schnell fündig. Da lese ich in der ZEIT: Bundesrat nickt schärfere Telefon-Überwachung ab
! Und auf Tagesschau.de lese ich: Friedrich fordert effizientere Videoüberwachung!

Da stellt sich mir immer häufiger die Frage, warum Terroristen ausgerechnet immer dann aktiv werden, wenn es für die Politik besonders nützlich ist. Ich stelle diese Frage nicht zum ersten Mal, sondern habe sie schon in meinem Beitrag Pünktlich im Dezember 2009 gestellt.

In der WAZ lese ich dann: Bombenfund in Bonn - Ermittler auf heißer Spur. Auch die Presse findet, dass wir unglaubliches Glück hatten, weil die Bombe zwar gezündet wurde, aber nicht explodierte und solche technischen Defekte bei uns sogar inzwischen eine Art Standard sind. Natürlich hat das BKA inzwischen eine heiße Spur. Wenn ich aber an die NSU-Morde denke, rate ich dem BKA, sich doch mal beim Verfassungsschutz umzuhören. Vielleicht wissen die Einzelheiten.

Wie gesagt, wenn solche verkündeten Attentate zu einer Zeit auftauchen, in der Beschlüsse über die verstärkte Überwachung der Bürger gefasst werden, werde ich grundsätzlich misstrauisch, denn diese Meldungen werden bei einem parallel verlaufenden Anschlagsversuch natürlich wesentlich eher akzeptiert. Dabei sehe ich die Gefahr, durch einen terroristischen Anschlag ums Leben zu kommen, weitaus geringer als einen Lottogewinn mit 6 Richtigen an. Dabei sollte allen klar sein, dass die Behörden einen Anschlag in der Regel gar nicht verhindern können. Führt man dann als Gegenbeispiel die Sauerlandgruppe an, so wurde diese Chaotentruppe aus meiner Sicht erst durch geheimdienstliche Agenten auf die Idee gebracht, weil man schließlich politisch auch mal Erfolgsmeldungen braucht, mit denen man die verstärkte Überwachung begründen kann.

Nun könnte ich ja noch über das NPD-Verbot schreiben. Doch meiner Idee dazu, einfach den Verfassungsschutz aufzulösen, weil dann der NPD das Führungspersonal ausgehen und sie von selbst eingehen würde, wird die Politik sicherlich nicht folgen. Deshalb erspare ich mit Kommentare dazu.