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Erstelldatum: 22.09.2012

Diese Woche

Es ist die letzte Woche des kalendarischen Sommers, zu deren Beginn sich der Deutsche Richterbund mit einer Warnung zum ESM meldet. Ein wenig spät, wie ich finde, denn diese Warnung hätte durchaus auch vor dem letzten Richterspruch der roten Roben ausgesprochen werden können. Die Internetgemeinde hat diese Warnung schon vor Monaten ausgesprochen.

Dabei warnt der Richterbund nicht vor dem ESM als Ganzes, sondern mahnt lediglich die Immunität an, die sich der ESM selbst verleihen und damit die Justiz außen vor lassen möchte. Betrachte ich mir allerdings die mir bekannt gewordenen Verfahren der Justiz gegen Mitglieder des Finanzsektors oder Steuerhinterzieher (Zumwinkel), habe ich eher den Eindruck, dass die Richter gar nicht so erpicht darauf sind, gegen diese Leute zu urteilen. Doch das ist natürlich mein subjektiver Eindruck. Wichtig ist sicherlich, dass der Richterbund diese Warnung ausgesprochen hat, folglich werte ich das als positives Zeichen dieser Woche.

In der Presse war in dieser Woche auch zu lesen, dass der Bundesrat der Frauenquote zustimmt. Meine Damen, ist das nicht beleidigend für Sie, wenn man ihnen nur zutraut, nur als Folge einer Quote in politische Ämter zu gelangen? Das kann doch eigentlich nur daran liegen, dass man es Ihnen nicht zutraut, aufgrund von Fachwissen und Kompetenz in ein solches Amt zu erlangen, oder? Ohne das würde es allerdings voraussetzen, dass mehr Frauen auch aktiven Anteil an dem Basisbetrieb der Parteien nehmen. Bei den Grünen ist das ja auch gelungen, was sie nicht hindert, eine Quote zu verlangen, losgelöst von der Frage fachlicher Qualifikation, sondern lediglich auf dem Geschlecht basierend. Wäre ich eine Frau, würde ich das als beleidigend empfinden. Aber ich bin ja "nur" ein Mann, also nicht gewohnt, auf Händen getragen zu werden. Aber muss es denn gleich bis in politische Ämter sein, das "auf den Händen tragen"?

Ebenfalls wusste die Presse zu berichten, dass sich die CDU der SPD annähert, offenbar hat sie von der der FDP die Nase voll, was ja verständlich ist. Das würde natürlich auf eine große Koalition hinauslaufen. Dann können wir Hurra schreien, denn dann haben wir sogar die Chinesen geschlagen. Die hatten lediglich eine Viererbande, wir würden damit aber eine Fünferbande bekommen, in Gestalt von Merkel, von der Leyen, Gabriel, Steinbrück und Steinmeier. Da muss einem doch das Herz aufgehen, oder?

Ein weiteres positives Zeichen in dieser Woche hat aus meiner Sicht die katholische Kirche gesendet. Auch wenn die Kirche es nicht so deutlich ausspricht, möchte sie die Exkommunikation wieder einführen. Wer keine Steuern zahlt, der fliegt, nicht nur aus der Kirche, sondern auch aus dem Himmel. Pardon, da kann er ja nicht rausfliegen, weil er erst gar nicht reinkommt. Die armen Katholen, dürfen nicht mehr beichten, wenn sie keine Kirchensteuer zahlen, ihre Kinder müssen ohne das obligatorische Wasserbad, genannt Taufe, auskommen, wenn Papa und Mama keine Steuern entrichten und die Heirat in Weiß vor dem Traualtar ist dann auch passé. Das kann man aber auch positiv sehen, denn vielleicht werden dadurch einige Menschen, vor allem Kinder von der permanenten Gehirnwäsche befreit.

Ich kann mir nicht helfen, aber so ein wenig passt das zu den Ausschreitungen anlässlich der Mohammed Karikaturen. Da wird Respekt vor den Gläubigen des Islam gefordert, aber wie kann man Respekt vor etwas haben, dass auf fundamentaler Ebene zu Mord und Totschlag greift, nur weil sich so genannte "Ungläubige" mit ein paar ironischen Zeichnungen über den Propheten auslassen? In der ZEIT stand dazu ein Beitrag mit der aus meiner Sicht berechtigten Frage: Respekt? Wovor denn?

Es gab eine Menge Zustimmung für diese Kritik, aber mein Eindruck ist, dass zu denen, die zustimmen, sicherlich ein hoher Prozentsatz von denen gehörte, die selbst fundamentalistisch durch den christlichen Glauben geprägt sind. Andere verwiesen darauf, dass die "Heiligen Schriften" inhaltlich ja selbst darauf verweisen, dass es sich bei den auch in der Bibel befindlichen Stellen mit dem Aufruf zu Mord und Totschlag um "allegorische Interpretationen" handele.

Sie verkennen, dass allegorische Interpretationen von einfachen Gemütern nicht verstanden werden. Fundamentalisten aller 3 so genannten Weltreligionen legen die betreffenden Aussagen der "heiligen Schriften" wörtlich aus, was übrigens Kirche und Feudalherren fast 2000 Jahre lang ebenfalls taten und danach handelten.

Die katholische Kirche beweist gerade derzeit, dass sie die wörtliche Auslegung der "Heiligen Schrift" wünscht, wenn man ihr Bestreben anschaut, ihre Schäflein wieder zu Steuerzahlern werden zu lassen.

Doch selbst die Vertreter der religiösen Forschung stellen die grundsätzlichen Fragen wie den Alleinvertretungsanspruch jeder diese 3 Religionsgemeinschaften nicht auf den Prüfstand, sondern biegen sich die Aussagen der Schriften entsprechend so zurecht, dass sie nach außen wieder stimmig wirken.

Auch wenn die Trennung von Kirche und Staat bei uns offiziell vollzogen wurde, ist das lediglich eine Verdrehung der Wahrheit, denn noch immer ist die Religion in finanzieller und politischer Ausprägung Bestandteil unserer Zeit. Nach wie vor ist der Gottesbezug Bestandteil der Verfassung und der Rechtsprechung. Nach wie vor ist die Religion eine von Geburt an funktionierende Gehirnwäsche, wenn die Eltern sich selbst als "gläubig" bezeichnen. Äußert man Zweifel an den Religionen, wird man immer wieder darauf verwiesen, " wie viel Gutes doch die den Religionsgemeinschaften anhängenden Verbände" tun. Aber tun sie das wirklich und vor allem, tun sie das ohne Bezahlung? Diese sozialen Religionsverbände lassen sich ihre Arbeit durchaus bezahlen. In ihren Reihen werden zwangsverpflichtete Ein Euro Jobber missbraucht und die Kirche hat große Routine darin, Leute zu Ehrenämtern zu überreden, dass sie diese sozialen Arbeiten unentgeltlich verrichten. Auch Kinderarbeit (Messdiener) ist für die Kirche erlaubt. Und wenn diese Gehirnwäsche in der Familie unterbleibt, übernimmt die Schule das in Form von Religionsunterricht. Das ist der wirkliche Grund, warum die Religion trotz einer jahrtausendealten von Zwang und Repressalien geprägten Kultur auch heute noch Bestand haben kann.

Kein Politiker hat je versucht, die seit der Säkularisation bestehenden Zahlungsverpflichtungen des Staates zu beenden und auch mal klar auszusprechen, dass der größte Teil des vor über 200 Jahren enteigneten Grundbesitzes (durch Napoleon) des Klerus Raubgut gewesen ist. Auch heute noch werden die Bischöfe wie Beamte aus Steuermitteln bezahlt und so lange das so ist, wurde die Trennung von Staat und Kirche nicht vollzogen.

Es ist überfällig, den vor 5000 Jahren entstandenen Aberglauben eines primitiven Hirtenvolkes abzuschaffen und als das erkennbar zu machen, was er ist, ein Instrument zur Manipulation der Massen. Gäbe es diesen Gott, gäbe es keine Kirchen, denn längst hätte er sie mit einem Blitz erschlagen, diese bigotten Verkünder des Glaubens und würde ihnen sicherlich nicht erlauben, sich in sich gegenseitig bekämpfende Religionen aufzuspalten, obwohl sie alle die gleiche Quelle haben, ein paar nomadische Schafhirten im Zweistromland, dem heutigen Irak.

Genau betrachtet sind die in den "heiligen Schriften" angekündigten Foltermethoden leicht als menschliche Drohgebärden erkennbar, sind es doch Methoden, die im menschlichen Zusammenleben in der 10.000 Jahre alten Geschichte des Homo Sapiens Sapiens gerne und oft angewendet wurden. Ein Gott hätte sicherlich weitaus diffizilere Möglichkeiten der Bestrafung. In einer Kurzgeschichte habe ich dazu mal ein Beispiel gelesen. Das Jüngste Gericht hat stattgefunden. Der Mensch hat seine Begierden behalten, die sexuellen Begierden, den Hunger, den Durst, die Gier, aber Gott hat ihnen die Werkzeuge genommen, ihre Gelüste auszuleben. Sie haben keinen Mund mehr, um zu essen oder zu trinken, können nicht mehr miteinander kommunizieren, auch die Instrumente zur sexuellen Vereinigung sind verschwunden, es gibt keine Jahreszeiten mehr, alle Kleidung ist verschwunden und jeder Versuch, etwas an den Gegebenheiten zu ändern, scheitert bereits im Ansatz. Das wäre wirklich die Hölle, ganz ohne Feuer, glühende Ketten und welche Möglichkeiten die heiligen Schriften sonst noch anbieten.

In meiner Phantasie stelle ich mir auch den Himmel vor. Tiere haben nach den Glaubensrichtlinien keine Seele, können also auch nicht in den Himmel kommen. Dort wäre der Mensch also alleine und das ist aus meiner Sicht schon alleine eine Form der Hölle.