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Erstelldatum: 04.04.2012

Angst vor Technik?

Die Technik entwickelt sich rasend schnell. Müssen wir deshalb Angst vor der Technik haben? Die Antwort lautet: Nein! Der technische Fortschritt erschließt uns lediglich neue Möglichkeiten, das Leben einfacher zu gestalten. Allerdings gibt es Haken.

Angst müssen wir nur vor uns selber haben, zumindest vor einigen von uns. Ein Hammer z. B. ist ein sehr nützliches Instrument. Wie anders sollte man ansonsten einen Nagel in die Wand bekommen. Vermutlich gibt es kaum einen Haushalt, in dem nicht ein Hammer zum Inventar gehört. Aber gelegentlich gibt es Zeitgenossen, die einen Hammer zweckentfremden, indem sie einem anderen Zeitgenossen den Schädel damit einschlagen. Ist das ein Zeichen, dass der Hammer ein schädliches und gefährliches Instrument ist? Sicherlich nicht.

Aber betrachten wir einmal die moderne Technik, die auf elektronischer Verarbeitung aufbaut. Sie hat uns in vielen Bereichen das Leben erleichtert. Doch gleichzeitig arbeiten größere Gruppen intensiv daran, diese Technik gegen den Menschen einzusetzen. Zwei aktuelle Themen verdeutlichen das.

Da ist zunächst die Feststellung des CCC (Chaos Computer Club), dass trotzt Verbot durch das BVerfG so genannte Bundestrojaner eingesetzt werden, um Menschen auszuspionieren. Mehr als das, diese Trojaner sind auch so ausgelegt, dass damit Daten im Rechner manipuliert oder neue Daten ohne Wissen des Anwenders auf dessen Computer implementiert werden können. Gegen solche Maßnahmen deutscher und damit angeblich demokratischer Behörden war die Stasi der DDR geradezu ein Waisenkind. Wenn jetzt die Oppositionsparteien laut aufschreien, sollte man das nicht als echte Empörung verstehen, denn der Ausgangspunkt für diese Form der Überwachung war ein SPD-Innenminister, Otto Schily. In der Zeit der großen Koalition wurde das Thema digitaler Überwachung mächtig gepuscht, solange, bis das BVerfG Grenzen aufzeigte.

Das tat allerdings den Wünschen der Politiker keinen Abbruch. Nach wie vor wird die Vorratsdatenspeicherung gefordert, egal, wer gerade im Innenministerium das Sagen hat und wie man jetzt sieht, geht es nicht nur um die Forderungen, sondern solche Überwachungsmechanismen werden ohne jegliche gesetzliche Grundlage bereits eingesetzt. Demokratie? Fehlanzeige, eher ein Überwachungsstaat in einem Ausmaß, das sich nicht einmal Orwell vorstellen konnte.

Eine zweite Meldung geisterte durch die Medien. So im Spiegel ein Bericht über Viren in der Software von Drohnen. Niedlich fand ich, wie sich die Foristen im Kommentarforum des Spiegels mit den technischen Fragen auseinandersetzen und auch Lösungen parat hatten. Nur eine Frage habe ich dort gefunden, die den Kern trifft: Warum dürfen WIR das wissen? Normalerweise werden solche Pannen nicht über die Presse verbreitet. Natürlich ist es eine Verschwörungstheorie, wenn man nun denkt, die Information wäre mit Absicht an die Presse gegeben worden, denn dann könnte ja ein Angriff durch eine Drohne auf Zivilisten als Aktion des Virus vermittelt werden. Unliebsame Zivilisten gibt es ja viele, da könnte "das Virus" durchaus eine nützliche Bedeutung haben. Selbstverständlich wären die Militärs und die Politiker über alle Maßen bestürzt, wenn ein solcher Fall eintreten würde, denn niemand konnte ja damit rechnen, dass unbekannte Kräfte das Virus soooo nützen würden.

Ich allerdings mag nicht glauben, dass die Drohnen zufällig von Viren befallen wurden und noch weniger glaube ich, dass das Militär die Presse über eine solche Panne informiert, denn ich bin sicher, das Militär beschäftigt für seine Computer nur absolute Spitzenkräfte und Pannen finden nur dann ihren Weg nach draußen, wenn das gewollt ist. Und man komme mir nicht mit Leaks, denn das betraf keine Militärcomputer. Es gab in der Vergangenheit eigens für das Militär entwickelte Computer incl. Hard- und Software und warum sollte das heute anders sein? Aber mal abgesehen von dieser Frage wird hier Technik auf übelste Art missbraucht. Es werden immer mehr Maschinen entwickelt, deren einzige Aufgabe es ist, Menschen umzubringen oder aber auszuspionieren. Krieg war schon immer ein dreckiges Geschäft, aber noch nie so verkommen und dreckig wie heute, dank der Fortschritte in der Technik. Dabei ist es geradezu verwirrend, dass friedliebende und pazifistisch eingestellte Menschen an diesen schmutzigen Geschäften beteiligt sind. Warum, das enthüllt ein Bericht in der ZEIT mit dem Titel Die Riester-Bombe. Ein ausführlicher Bericht und der beste Artikel, den ich seit langer Zeit in dieser Zeitung gefunden habe (ausgenommen natürlich meine zahlreichen Kommentare als gflegels).

Es waren die Grünen (glaube ich), die, als sie noch keine angepasste Partei waren, den Spruch prägten, Soldaten seien potentielle Mörder. Die Protestwelle war damals groß. Heute haben sie eine andere Sicht der Dinge, dabei hatten sie damals recht. Ich weiß, das wird mir wieder viel Protest einbringen, aber es ist und bleibt so. Dabei muss man unterscheiden zwischen denen, die das freiwillig tun und jenen, die dazu gezwungen wurden und werden, weil sie zum Dienst an der Waffe zwangsweise rekrutiert wurden und trotz Berufsarmee sicher auch wieder werden. Sind sie aber erst einmal bei den "Streitkräften", dann werden sie zum töten ausgebildet, egal, ob mit Handfeuerwaffen oder mit anderem technischen Gerät wie Panzer oder Luftwaffenbomber. Sie haben, einmal im Dienst, keine Chance mehr, sich zu wehren, denn Befehlsverweigerung wird dort immer schwer bestraft und wer sich aus dem Staub zu machen versucht, gilt als Deserteur und je nach System geht er lange in den Bau oder wird sogar an die Wand gestellt, wie im Militärjargon die Hinrichtung üblicherweise genannt wurde. Natürlich gibt es einige, die nicht in Kampfhandlungen eingebunden sind. Die haben Glück oder morden auf Entfernung per Knopfdruck und per Programmgestaltung (für Drohnen). Heute werden immer mehr Deutsche in Kriege verwickelt, die Deutschland nicht wirklich etwas angehen und damit deutsche Soldaten zu aktiven Mördern. Sie haben keine andere Wahl, aber Selbstverteidigung ist es dennoch nicht, denn noch kann kein deutscher Soldat gezwungen werden, in Krisengebieten wie Afghanistan Dienst zu tun.

Warum ich das so betone? Weil wir alle irgendwie mitmachen. Wir fallen auf die Propaganda herein, die zu diesem Thema geleistet wird. Wir machen gedankenlos mit, in Diskussionen oder auch praktisch. Junge Menschen sehen bei der Einberufung das noch als Abenteuer an, weil sie noch keine Vorstellungen von dem damit verbundenen Entsetzen haben. Nicht umsonst kommen immer mehr traumatisierte Soldaten aus Afghanistan wieder zurück. Aber Krieg weckt auch die niedrigsten Instinkte, wie alle Kriege immer wieder beweisen. Das berauschende Gefühl der Macht, die eine geladene Waffe in der Hand manchen Menschen verleiht und der aufkeimende Wunsch, diese Macht auszuleben, macht aus so manchem Menschen ein wahres Monster. Im WKII gab es etliche davon.

Doch nun wird der Krieg mehr und mehr automatisiert. Der "Operator" nimmt das Grauen, das er auslöst, nicht mehr wahr. Er macht "seinen Job", weit entfernt vom Geschehen, dass er auslöst. Es ist die perverseste Form der Kriegsführung, noch perverser als die heutigen Bomberpiloten, die wenigstens noch ein geringes Restrisiko selber tragen. Killerspiele am Computer mit realem Geschehen. Da sollte man sich nicht über technische Fehler aufregen, sondern über das System, das so etwas hervorbringt. Wer sich nun aufregt, sollte bedenken, dass es durchaus passieren kann, dass diese Systeme irgendwann auch gegen ihn oder sie selbst eingesetzt werden können, was ganz sicher eines Tages der Fall sein wird, denn das Geschäft mit dem Tod ist nach wie vor das lukrativste Geschäft auf diesem Planeten und den Herstellern und Schiebern ist es egal, an wen sie liefern, Hauptsache, die Kohle stimmt.

Doch uns, die Masse, interessiert das größtenteils nicht wirklich. Es sind schließlich "unsere Jungs" dort draußen und das sind ja die Guten. Außerdem ist das alles so weit weg und unsere Presse sorgt schon dafür, dass wir gedanklich in der richtigen Bahn laufen. Doch manchmal treten Dinge auf, die auch einem großen Teil von uns gegen den Strich gehen, z. B. Stuttgart 21. Dann sind Demonstrationen angesagt und dann öffnen sich die Tore der Polizeihangars und Maschinen nehmen Fahrt auf, die nur zu diesem Zweck gebaut wurden, die Wasserwerfer. Sie sind noch eine relativ harmlose Waffe zum Einsatz gegen protestierende Bürger. Und schließlich gibt es bei Demonstrationen ja auch oft Ausschreitungen. Doch manchmal kommt es heraus, dass der Staat gezielt Provokateure einsetzt, um solche Ausschreitungen "anzuregen" und damit die Stimmung derer, die sich das bei Chips und Bier vor dem Fernseher ansehen und eigentlich keine Meinung zu dem Thema haben, gegen die Demonstranten aufzuheizen. Das funktioniert hervorragend.

Aber die Technik ist ja inzwischen ein Stück weiter. Inzwischen werden in den USA bereits so genannte Taser eingesetzt, wenn es gegen Einzelpersonen geht. Bei Massenansammlungen hingegen versprechen ADS-Waffen Erfolg. Der Taser ist eine Elektro-Impulswaffe, natürlich ungefährlich, oder doch nicht? Noch schöner sind die Mikrowellen-Waffen. Ich denke, wenn Sie zuhause eine Mikrowelle haben, landet die sofort auf dem Müll, wenn eine ADS-Waffe mal gegen Sie eingesetzt wurde. Natürlich sind auch die ADS-Waffen ungefährlich. Heißt es! Doch wer die Mikrowelle zuhause nutzt, weiß, dass er damit minutenschnell Essen zum Kochen bringt. Und dann stellen Sie sich vor, sie sind zufällig in einer Menschenansammlung gelandet und aus irgendwelchen Gründen werden gegen die Menschen ADS-Waffen eingesetzt. Was Sie zuerst als Hitze empfinden, ist ihr Blut, das mit der ADS-Waffe zum kochen gebracht wird. Und nun stellen Sie sich vor, ein sadistischer Staatsdiener (die soll es geben) richtet die Waffe ein wenig länger als nötig auf ein und dieselbe Stelle der Menschenmasse. In Ihren Adern bildet sich dann eine Art Blutwurst, verklumptes Blut, dass die Durchblutung verhindert und eher früher als später Ihre Sorgen, wie hoch wohl mal ihre Rente sein wird, zur unnützen Sorge werden lässt.

Vielleicht sollte auch bei allen digitalen Produkten ein Aufdruck wie bei Rauchwaren angebracht werden wie etwa: "Digitale Produkte können tödlich sein" oder "dieses Produkt kann auch Ihrer ständigen Überwachung dienen". Letzteres gilt für alle Navigationssysteme und moderne Handys, die alle mit jederzeit ortbaren Chips ausgerüstet sind. Vermutlich sind solche Chips inzwischen auch in allen neueren PCs Standard.

Werfen wir einen Blick auch andere technische Errungenschaften. Die heutigen Möglichkeiten digitaler Technik haben es erst möglich gemacht, Geldströme in Bruchteilen von Sekunden über den ganzen Globus zu transferieren. Sie macht einen großen Teil der heutigen Spekulationsblasen überhaupt erst möglich. Der Finanzcrash war nicht zuletzt ein Folge der technischen Möglichkeiten und die nun anstehenden Verträge ESM und ACTA hängen ursächlich mit der digitalen Entwicklung zusammen.

Das Fernsehen war auch eine solch große technische Neuerung. Inzwischen verbindet es uns über die Nachrichten in Sekundenschnelle mit allen Brennpunkten in der Welt. Es bietet uns ein jederzeit einschaltbares Heimkino, gerne auch als Pantoffel-Kino bezeichnet. Es vermittelt uns über Talk-Shows politische Diskussionen und es hat etwas, was die meisten Menschen schon fast vergessen haben, einen Knopf zum ausschalten. Nebenwirkungen? Jede Menge! Da sind die Nachrichten und die sind fast stets auf die politischen Bedürfnisse angepasst. Nachrichten sind Teil einer ständigen politischen Propaganda. Schon die Wortwahl bewirkt zustimmende oder ablehnende Reaktionen seitens der Zuschauer. Die politischen Talk-Shows sollen nicht wirklich kontroverse Diskussionen beinhalten, sondern die Zuschauer manipulieren. Das beweist schon die Auswahl der Talk-Gäste, so genannte Experten, deren Aussagen aber immer in die gewünschte Richtung zielen. Selbst scheinbar kontroverse Diskussionen blenden wirkliche Fehlentwicklungen aus. Es sind Pseudo-Sachkonflikte, die dort vorgetragen oder besser vorgespielt werden.

Auch das Filmangebot, ob nun Spielfilme oder Serien, enthält in vielen Fällen Botschaften, versteckt in mehr oder minder trivialen Handlungsabläufen. Beispiel die Agentenfilme. Agenten sind gut, denn sie bringen die bösen Terroristen zur Strecke. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Die meisten Geheimagenten sind die wirklichen Terroristen, die bewusst Konflikte schüren oder sogar initiieren.

Wie gesagt, wir müssen die Technik nicht fürchten, wohl aber die Menschen, die jede Technik, wenn immer das möglich ist, gegen die eigene Spezies einsetzt. Das betrifft aber nicht nur diejenigen, die die Technik gegen den Menschen einsetzen, sondern zuvorderst diejenigen, die diese Technik gegen den Menschen entwickeln und auch die, die das mit Propaganda rechtfertigen oder trotz des Wissens darum schweigen.